Chronik von Hassenbach


Eingehüllt in bunten Wäldern liegt etwas verträumt die kleine Vorrhöngemeinde Hassenbach.

 

Angesiedelt wurde sie am landschaftlich sehr schönen Wiesental des Öhrbaches. Umrahmt wird das Tal, das zunächst in westöstlicher Richtung verläuft und dann nach Süden Richtung Oberthulba abbiegt von weiträumig auslaufenden Berghügeln, wie Buch, Leite,

 

Röder, Schillhecke und Nußholz, die zumeist mit Mischwald bepflanzt sind und eine Höhe von 320 bis 400 Meter erreichen. Der Talgrund selbst liegt bei 290 Meter über dem Meeresspiegel.

 

Die zur Zeit über 130 Anwesen im Ort wurden in aufgelockerter Bauweise zunächst vom Tal ausgehend bis später in die leichten Hänge nördlich des Thulbatales angelegt. In diesen Flachhängen befinden sich auch die von der Gemeinde ausgewiesenen Bebauungsgebiete, wie Höhenäcker-Speierlingsäcker, Nußäcker-Wegäcker und Öhrbachsgrund. Im Öhrbachsgrund befindet sich auch ein herrliches Wochenendhausgebiet. Dieses Erholungsgebiet liegt an der Kohlplatte, eingebettet in buntem Mischwaldgebiet.

 

Hassenbach hat eine Fläche von rund 300 Hektar. Bestimmt wird die Gemarkung von der erdgeschichtlichen Formation der Trias -Abteilung Buntsandstein-. Es ist ein steiniger, grobkörniger Boden mit nur geringer Bonität. Mit 35 Prozent nimmt der Wald den größten Teil der Flur ein. 30 Prozent sind Äcker und rund 20 Prozent Wiesen. Am Öhrberger Weg befindet sich auch eine kleine Basaltader. Zwischen 1920 und 1930 wurde der Stein aus dem so genannten Steinbruch mit einer Klopfmaschine zerkleinert. Die Steine wurden für den Straßenbau in der Umgebung verwendet.

 

Urkundlich wird Hassenbach erstmals 1303 erwähnt und zwar im Zusammenhang mit Heinrich von Bodenlauben. Die Einträge hierüber sind im ältesten Lehenbuch der Würzburger Bischöfe, von Hermann Hoffmann unter dem Titel “Das älteste Lehenbuch des Hochstifts Würzburg 1303 - 1345. Aus der Chronik von Lehrer Robert Frank geht hervor, dass Hassenbach 1574 zum Amt Aschach gehört, ferner 1582 urkundlicher Beleg, dass Hassenbach dem Zehngericht Aschach unterstellt ist. 1588 wird Hassenbach kirchlich von der Urpfarrei Bad Kissingen getrennt und der Pfarrei Oberthulba angegliedert. 1924 wird der Ort eine eigene Lokalkaplanei mit eigenem Lokalkaplan. Bis 1957 war die Stelle mit einem Kuratus besetzt, der auch Schlimpfhof mit betreute.

 

Kommunalpolitisch war die Gemeinde Hassenbach bis 1972 eigenständig. Mit der Gebietsreform 1972 wurde der Ort in den Markt Oberthulba eingegliedert. 1972 kam auch die Landkreisreform bei der die Landkreise Hammelburg und Bad Brückenau mit dem Landkreis Bad Kissingen zusammengelegt wurden. Oberthulba war ehemals Landkreis Hammelburg. Sowohl Gemeindegrenzen wie auch Landkreisgrenzen gingen teils bis in Anwesen des Ortes Hassenbach hinein.

 

Heute hat Hassenbach etwa 520 Einwohner.

 

Die rund 130 Wohngebäude wurden erbaut:

vor 1910 48 Anwesen

von 1910 - 1950 3 Anwesen

nach 1950 79 Anwesen

 

Die Einwohnerentwicklung stellt sich wie folgt dar:

1910 - 305 Personen; 1950 - 326 Personen; 1965 - 341 Personen; 1975 - 416 Personen; 1983 - 431 Personen; 2001 - etwa 520 Personen.

 

Für diese Entwicklung war im Wesentlichen die Ausweisung von Baugebieten ursächlich.

 

Erste Poststelle in Hassenbach

Ein Dorf in Zahlen

 

1303 Hassenbach wird urkundlich erstmals erwähnt

1574 Hassenbach zum Amt Aschach gehörend

1582 Urkundlicher Beleg, dass Hassenbach dem Zehntgericht Aschach unterstellt ist.

1588 Hassenbach wird kirchlich von der Urpfarrei Bad Kissingen getrennt

1823 Bau der alten Hassenbacher Kirche

1873 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr

1892 Gründung eines Darlehenskassenvereins

1906 Errichtung der ersten Postausgabestelle

1908 Gründung des Veteranen- und Kriegervereins

1922 Elektrifizierung des Ortes. Elektrizitätswerk in den Arzenauwiesen.

1924 Übernahme der Elektrizitätsversorgung durch das Überlandwerk

1924 Bau der Wasserleitung (Garitzer Wassergruppe)

1924 Errichtung einer Lokalkaplanei mit eigenem Lokalkaplan (bis 1957)

1928 Gründung des Schützenvereins

1931 Erster Telefonanschluss in Hassenbach (Poststelle) heute Anwesen Martin Kaiser

1938 Erster PKW im Dorf

1957 Gründung des Kegelclubs Edelweiß

1959 Bau einer zweiklassigen Schule

1961 Bau eines Feuerwehrgerätehauses mit Gemeindekanzlei und Gefrieranlage

1964 Wiedergründung des Schützenvereins

1968 Bau der Ortskanalisation mit Kläranlage

1969 Anordnung der Flurbereinigung

1969 Gründung des Sportvereins SV Hassenbach

1971 Bau eines Sportplatzes an der Hassemich

1971 Ausweisung des Bebauungsgebietes Höhenäcker-Speierlingsäcker

1972 Hassenbach schließt sich dem Markt Oberthulba an

1974 Errichtung eines Sportheimes

1975 Bau eines Leichenhauses

1976 Ausweisung des Baugebietes Nußäcker-Wegäcker

1978 Abschluss der Flurbereinigung

1981 Anbau einer Kegelbahn und eines Jugendraumes am Sportheim

1981 Bau eines Ausweichplatzes für Fussball

1984 Gründung des Gartenbauvereins

1984 Baubeginn und Grundsteinlegung der neuen Kirche in der Schulstraße

1985 Einweihung der neuen Kirche, mit Pfarrheim und zwei neuer Glocken

1986 Beschaffung und Einbau einer weiteren Glocke

1986 Einbau einer neuen Orgel

1986 Bau des Gemeindebackofens

1987 Erschließung Wochenendgebiet an der Kohlplatte

1987 Ausweisung Baugebiet Oehrbachsgrund

1988 Um- und Neubau des Sportplatzes

1992 Auflösung des Schützenvereins Eichenlaub

1996 Einbau eines Kindergartens im Schulgebäude

1996 Neubau der Ortsdurchfahrt (Staatsstraße 2290)

1997 Anlage eines Dorfplatzes

1999 Einbau eines Schulungsraumes für die Feuerwehr in der ehemaligen Gemeindekanzlei (Feuerwehrhaus)

2001 Inbetriebnahme der neuen Wasserversorgung (aus neuerschlossenen Brunnen im Thülbingstal)

2002 Auflösung Zweckverband Wassergruppe

2003 Beeindruckendes historisches Fest -700 Jahre Hassenbach-

2003 Anlage eines Rundwanderweges Öhrbachtal

2005 Sanierung des Schulhauses

2012 Sanierung Pfarrhaus als Gemeindehaus

2012 Teilumbau Schule zu Musikerheim

Ortschronik von Hassenbach

 

Anlässlich der 700 Jahrfeier wurde eine umfangreiche Ortschronik geschaffen. Das 175 Seiten starke Buch ist noch bei bei der Marktgemeinde Oberthulba (Telefon 09736 81220) erhältlich.

Gedicht über Hassenbach

Hassemich ein schmuckes Dörflein,

hingelegt am Wiesenrain,

meine liebe traute Heimat,

meiner Seele Sonnenschein.

 

Goldne Fluren, duftge Matten,

eng umgrenzt von Waldeshöhen,

kann man etwas Schönres schaun,

rings im Angesicht der Rhön.

 

In des Öhrbachs klarem Wasser,

spiegelt sich des Himmels Blau,

Sonne strahlet ihren Segen

auf die blumenreiche Au.

 

Und inmitten dieses Dörfleins

haucht ein Kirchlein Frieden aus,

träumt von alten stolzen Ahnen,

die gebaut dies Gotteshaus.

 

Länger schon als hundert Jahre

hütest Du ein stark Geschlecht.

Rhöner Bauern, deren Fäuste,

rastlos wirken schlicht und recht.

 

Lebensnot treibt Deine Kinder

oft weit fort in fremdes Land,

doch wie leuchten ihre Augen,

wenn sie Sehnsucht heimgesandt.

 

Ja mein trautes Heimatdörflein,

alle die in Deinem Bann,

Du hast gezwungen, sind Dir treu,

ihr ganzes Leben lang.

 

Alois Kaiser

Anno 1972